Bibelwort


Liebe Gemeindeglieder,
liebe Freunde,

„wenn der HERR die Gefangenen erlösen wird, dann werden wir sein wie die Träumenden. Dann wird unser Mund voll Lachens und unsre Zunge voll Rühmens sein.“

Er spielte die Triangel.

Eigentlich war er Professor für Tonsatz an der Landeskirchenmusikschule in Herford, aber an diesem Nachmittag spielte er Triangel – und er tat es voller Begeisterung. Und voller Begeisterung sangen wir mit, sangen nach seiner Melodie die Worte des 126. Psalms mit, die selbst voller Begeisterung sind über die Freiheit, die Gott schenkt: „Der HERR hat Großes an uns getan; des sind wir fröhlich.“

Osterfreude, überschäumender Jubel über die Auferstehung – voller Begeisterung singe ich mit bei den ganz alten Osterliedern und bei den ganz neuen, diesen Liedern, die voller Begeisterung sind darüber, dass mit der Auferstehung von Jesus etwas Neues angefangen hat. Da hat etwas Neues angefangen, das sich nicht mehr aufhalten lässt und am Ende zu einer Auferstehung von den Toten führen wird, bei der auch ich auferstehen werde.

Ich singe diese Lieder besonders gern an offenen Gräbern denen ins Ohr, die gerade selbst nicht singen können, weil ihnen der Tod eines lieben Menschen den Mund verschließt. Ich brauche es aber auch, dass da, wo der Tod, dieser scheinbare Herr über alles, mir das Herz schwer macht, mir jemand die Gewissheit einer fröhlichen Auferstehung neu in Ohr und Herz singt. Besonders gefreut habe ich mich über einen Gedanken aus alten DDR-Tagen, der nicht nur für Herrscher aus Fleisch und Blut gilt: „Auch wenn ein Diktator alle Blumen abgeschnitten hat, verhindert er nicht den neuen Frühling.“ Den Frühling der Gnade Gottes kann auch der nicht verhindern, der mein Leben abschneidet – und in diesem Frühling „wird unser Mund voll Lachens und unsre Zunge voll Rühmens sein.“

Ein fröhliches Mitsingen mit dem Mund oder nur im Herzen, ein Mitklatschen oder Mitwippen der Füße wünsche ich Ihnen, wenn es in diesen Ostertagen wieder heißt „Heut triumphieret Gottes Sohn, der von dem Tod erstanden schon.“

Seien Sie IHM, seien Sie dem auferstandenen HERRn befohlen.


Ihr Superintendent

Bernd Reitmayer