Angedacht


Liebe Gemeindeglieder,
liebe Freunde,

Am vergangen Wochenende habe ich in christlichen Gemeinden ganz unterschiedliche Reaktionen auf die Frage wahrgenommen, ob Gottesdienste und Gemeindeveranstaltungen stattfinden sollten oder nicht.

Da waren auf der einen Seite die, die es unerhört fanden, überhaupt darüber nachzudenken, denn selbstverständlich müsse man unter allen Umständen alles tun, um gesund zu bleiben. Das sei schließlich das höchste Gut.

Da waren auf der anderen Seite aber auch die, die natürlich zusammenkommen wollten, um auf Gottes Wort zu hören und zu beten, denn schließlich sei das das Wichtigste, was Christen in einer Krisensituation für sich und andere tun könnten.

Ich kann beide verstehen, halte aber beide Ansichten nicht für sachgerecht und hilfreich.
"Arbeiten, als ob alles Beten nichts hülfe, und beten, als ob alles Arbeiten nichts hülfe."
Ich halte es mit diesem Wort, das Martin Luther zugeschrieben wird.

Ich möchte alles tun, was ich kann, um die Schwierigkeiten, die sich aus der Ausbreitung der SARS-CoV-2-Viren ergeben, so gering zu halten wie es geht.
Ich möchte aber gleichzeitig regelmäßig beten für die Menschen, die jetzt besonders belastet sind: für die Erkrankten, für die Mediziner, für die Politiker und ihre Entscheidungen zum Wohle aller, für die, die unter schwierigen Umständen das alltägliche Leben aufrechterhalten, die dafür sorgen, dass ich mit Nahrung, Strom, Wasser, Telefon und Internet versorgt bleibe.

Gern würde ich mich einmal in der Woche mit anderen zum Austausch über Sorgen und Nöte und zum gemeinsamen Beten zusammenfinden - per Telefonkonferenz. Wer sich vorstellen kann, mit dabei zu sein, gebe mir bitte unter 05472-7833 Bescheid.

Mit einem herzlichen "Gott befohlen",


Ihr Superintendent

Bernd Reitmayer